Prägung des Selbstwertes in der Kindheit

Als Kind komme ich in eine Welt, die sich so darstellt, als wüsste sie, was „richtig“ und was „falsch“ ist. Und meine Sicht auf diese Welt wird genau von diesem „Wissen“ zutiefst geprägt. Ich akzeptiere es als „normal“ – ja, als „richtig“ – wenn ich meine Mathearbeit mit lauter roten Zeichen zurückbekomme und der Bemerkung: 4 Aufgaben sind falsch. Ich gehe in mich, um mich zu korrigieren, um besser zu lernen, um etwas an mir zu ändern.

DASS in dieser Mathearbeit insgesamt 20 Aufgaben gestellt wurden, von denen ich 16 RICHTIG gerechnet habe. Das erwähnt niemand, das fordere ich auch nicht ein; denn mein Bild ist ja geprägt von Kindheit an: dass ich lernen muss, wie herum die Welt sich dreht; denn alle anderen wissen es bereits!

Und hier kommt die nächste Frage an Sie:
Welchen Selbst-Wert kann ein Kind unter diesen Erziehungsparametern entwickeln?
Welche Selbst-Wahrnehmung hat ein erwachsener Mensch, dem ein Schulleben lang angestrichen wurde, was er „falsch“ gemacht hat?